Lipödem-Stadien im Check: In welchem Stadium sind Sie?

Alle Stadien im Überblick


Das Lipödem ist eine chronische Fettverteilungsstörung, die häufig mit Adipositas verwechselt wird. Dabei gibt es klare Unterschiede: Während eine allgemeine Gewichtszunahme überall am Körper ihre Spuren hinterlässt, betrifft ein Lipödem nur die Beine, manchmal auch die Arme. Aber es gibt weitere Kriterien, die eine Rolle spielen, um ein Lipödem in Stadien und Typen einzuteilen. Wir erklären Ihnen, was Sie wissen müssen.

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Wie werden Lipödem-Stadien eingeordnet?

Lipödem-Stadieneinteilung im Überblick

Hier sehen Sie auf den ersten Blick bereits, wie sich die betroffenen Stellen je nach Stadium in etwa unterscheiden:

Grafik zur Darstellung der unterschiedlichen Lipödem-Stadien.

Die heutzutage etablierte Einteilung des Lipödems umfasst drei Stadien, die zunehmende Unterschiede in Hautstruktur, Fettgewebsbeschaffenheit und Umfang beschreiben. Die vierte Stufe („Lipolymphödem“) wird nur in speziellen Kontexten berücksichtigt. Dazu später mehr.

Gut zu wissen: Die Einteilung in Stadien orientiert sich lediglich am äußeren Erscheinungsbild des Lipödems, nicht an den Beschwerden. In der einschlägigen Leitlinie heißt es dazu: „Die in der Literatur bisher gebräuchliche Stadieneinteilung der Morphologie soll nicht als Maß für die Schwere der Krankheit verwendet werden. Eine Stadieneinteilung für die Beschwerden existiert bisher nicht.“ Sie können also auch im Anfangsstadium des Lipödems starke Schmerzen haben, obwohl die Fettverteilungsstörung von außen kaum auffällt.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die einzelnen Lipödem-Schweregrade im Detail vor, damit Sie in etwa grob einschätzen können, inwieweit Sie betroffen sein könnten. Denken Sie aber daran, dass die Lipödem-Diagnose nur ein Facharzt stellen kann.

Stadien im Detail

Typische Symptome nach Stadium: Lipödem-Stadien 1 bis 4 im Detail

Lipödem Stadium 1

  • Die Haut wirkt glatt, das Unterhautgewebe gleichmäßig verdickt.
  • Betroffene können unter der Haut kleine Knötchen wie Styroporkügelchen spüren.
  • Die Hautstruktur ähnelt leichter Cellulite.
  • Reiterhosen gehen meist nicht mit Schwellungen einher.

Lipödem Stadium 2

  • Die Hautoberfläche wirkt uneben, wellig oder dellenförmig („Matratzenhaut“).
  • Das Fettgewebe ist knotig sowie grob strukturiert und oft von außen fühlbar.
  • Fettgewebsknoten können so groß wie Äpfel werden.
  • Die Disproportion zwischen Rumpf und Beinen nimmt zu.

Lipödem Stadium 3

  • Stark vermehrtes Fettgewebe führt zu überhängenden Gewebelappen (sogenannte Wammen) und ausgeprägten Wülsten.
  • Die Beweglichkeit kann deutlich eingeschränkt sein, die Hautstruktur wirkt rau, hart und deformiert.
  • X-Beine können entstehen.

Lipödem „Stadium 4“ und weitere Einteilungen

  • Manchmal wird das Lipo-Lymphödem als viertes Stadium bezeichnet (es ist allerdings nicht Teil der offiziellen Klassifikation).
  • Hier sind Arme und Hände, Beine und Füße von schmerzhaften Anschwellungen betroffen. Die aktuelle Diagnostik laut des GBA Beschlusses, schließt jedoch eine Beteiligung der Hände und Füße aus.
  • Eine frühere Stadieneinteilung aus dem Jahr 2011 gliederte die Krankheit in ein frühes Stadium ohne Schmerzen und ein spätes mit Schmerzen auf. Sie ist heute aber nicht mehr gebräuchlich.

Stadieneinteilung beim Facharzt

Für die Diagnose und Bestimmung des Stadiums prüfen Fachärzte in erster Linie die oben beschriebenen äußeren Merkmale im Rahmen einer klinischen Untersuchung. Auch die Anamnese spielt eine Rolle, also das Arztgespräch, in dem Betroffene zum Beispiel über Schmerzen und Blutergüsse berichten. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall können unterstützend eingesetzt werden, sind aber nicht zwingend erforderlich.


Die Diagnosestellung erfolgt durch einen Hautarzt, Phlebologen oder Angiologen. Im weiteren Verlauf entscheidet dann ein Chirurg, ob eine operative Therapie sinnvoll ist – sofern mindestens 6 Monate die konservative Therapie durchgeführt wurde.

Ein Mann sitzt an seinem Laptop und recherchiert.

Unterscheidung Lipödem-Typen

Lipödem-Stadien vs. Lipödem-Typen

Neben den Stadien gibt es auch eine Einteilung in Typen. Diese Klassifikation richtet sich nicht nach Haut oder Gewebestruktur, sondern nach der örtlichen Verteilung des Fettgewebes.

Grafik zur Darstellung der unterschiedlichen Lipödem Typen und deren Regionen.

Übersicht zu den einzelnen Lipödem-Typen und den Sonderformen

Lipödem-Typ I

Becken & Gesäß

Fettvermehrung nur am Gesäß und an den Hüften („Reiterhosen“).

Lipödem-Typ II

Bis zu den Knien

Gesäß, Hüften und Oberschenkel sind betroffen, meist bis zu den Knien – oft mit Fettpolstern an der Knie-Innenseite.

Lipödem-Typ III

Bis zu den Knöcheln

Überschüssiges Fett an Gesäß und Beinen bis zu den Knöcheln, typischerweise ohne Fußrückenbeteiligung.

Lipödem-Typ IV

Arme Sonderform

Die Arme sind betroffen – meist die Oberarme, teils bis zu den Unterarmen. Häufig tritt Typ IV zusätzlich zu einem Bein-Typ auf, die Hände bleiben ausgespart.

Lipödem-Typ V

Unterschenkel Sonderform

Die Fettvermehrung beschränkt sich auf die Unterschenkel zwischen Knien und Knöcheln, Oberschenkel und Füße bleiben unauffällig. Diese Form ist selten.

Hinweis: Manche Quellen bezeichnen auch das Lipo-Lymphödem als „Typ V“. Mehr dazu unter „Stadium 4“ und weitere Einteilungen.

Beispiel: Eine Patientin kann ein Lipödem Stadium 2, Typ III haben – also eine knotige, dellenförmige Hautstruktur (Stadium 2) mit überschüssiger Fettverteilung an Gesäß und Beinen bis zu den Knöcheln (Typ III).

  • Allgemeine Gewichtszunahme:
    Wer insgesamt zunimmt, legt leider auch an den vom Lipödem betroffenen Beinen zu. Deshalb wird Lipödem-Patientinnen immer geraten, ihr Gewicht möglichst zu halten – auch wenn eine fettreiche Ernährung oder mangelnde Bewegung nicht die Ursache des Lipödems sind.
  • Hormonelle Veränderungen:
    Hormoneinflüsse wie etwa die Wechseljahre können sowohl die Fettansammlungen anwachsen lassen als auch die Schmerzen verstärken.

Lipödem-Behandlung nach Stadium

Die Stadieneinteilung stellt eine Grundlage für das Therapiekonzept dar, ist aber nicht der einzige Indikator. So versuchen Fachärzte anfangs zwar meist mit nicht-operativen Maßnahmen einzugreifen, aber bei starken Schmerzen kann auch schon in frühen Stadien ein chirurgischer Eingriff sinnvoll sein. Die folgende Darstellung ist also eher als grobes Schema zu verstehen.

Stadium 1 und 2: Komplexe physikalische Entstauungstherapie

  • Kompressionstherapie: Verbände oder Strümpfe lindern Beschwerden kurzzeitig und müssen daher regelmäßig angewandt werden.
  • Manuelle Lymphdrainage und Bewegung in Kompression können die Schmerzen lindern, allerdings ohne Volumenverlust.
  • Bewegung wie Wassersport, Radfahren, Spazierengehen zur Entlastung der Gelenke und Förderung der Mobilität. Sollten konservative Maßnahmen jedoch keine ausreichende Besserung zeigen, ist der nächste Therapieschritt auch hier die Fettabsaugung.

Stadium 3: Operation

  • Liposuktion des Lipödems (Fettabsaugung) zur Verbesserung der Lebensqualität und Mobilität bei unzureichendem konservativem Therapieverlauf
  • eventuell weiterhin Kompressionstherapie erforderlich

Generell gilt: Eine operative Behandlung ist dann empfehlenswert, wenn Beeinträchtigungen bestehen und konservative Maßnahmen allein nicht ausreichen, um die Lebensqualität wiederherzustellen. Bei der Operationsplanung steht dann die Schmerzreduktion im Vordergrund, jedoch muss auch auf einen kosmetisch-harmonischen Übergang zum restlichen Körper geachtet werden.

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Dr. Witulski ist Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Er engagiert sich in der Lipödem-Forschung und hat seine Praxis gezielt auf die Behandlung von Lipödem-Patientinnen ausgerichtet.

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Bei uns erhalten Sie alle bewährten Therapieformen – von der Liposuktion bis hin zu begleitenden Hautstraffungen bei einem Lipödem. Auch nach einem Eingriff stehen wir Ihnen verlässlich zur Seite.

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Die häufigsten Fragen

Ihre Fragen rund um die Lipödem-Stufen

Welcher Grad der Behinderung liegt bei einem Lipödem vor? Ist sogar eine Schwerbehinderung möglich?

Der Grad der Behinderung (GdB) richtet sich nicht pauschal nach dem Lipödem-Stadium, sondern vor allem nach den Einschränkungen. In Stadium 2 kann je nach Beschwerden ein GdB von 30 bis 40 vorliegen. Im 3. Stadium befindet er sich manchmal bei 50 und 70. Entscheidend sind Schmerzen und Mobilitätseinschränkungen.

Was bedeutet Lipödem Stadium 2 Typ 4?

Diese Diagnose beschreibt knotiges, unebenes Fettgewebe mit „Matratzenhaut“, das Gesäß, die Beine bis zu den Knöcheln und zusätzlich die Arme betrifft. Patientinnen leiden oft unter Druckschmerzen, erhöhter Blutergussneigung und sichtbarer Hautunebenheit. Die Erkrankung schreitet manchmal fort, ist stark belastend und therapiebedürftig.

Wann verschlimmert sich ein Lipödem? Schreitet ein Lipödem immer voran?

Ein Lipödem verschlimmert sich häufig in hormonellen Umstellungsphasen wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahren. Auch eine Gewichtszunahme kann die Ausprägung deutlich verstärken. Ohne geeignete Behandlung können Beschwerden wie Schmerzen, Schweregefühl und Bewegungseinschränkungen weiter fortschreiten, selbst wenn die eigentliche Erkrankung nicht als zwangsläufig progressiv gilt.

Wie erkennt man ein Lipödem im Stadium 1?

Beim Lipödem-Grad 1 wirkt die Haut glatt, während das Unterhautfettgewebe gleichmäßig verdickt ist. Unter der Haut sind häufig kleine, feine Knötchen tastbar. Häufig treten erste Druckschmerzen, Spannungsgefühle und eine erhöhte Neigung zu Blutergüssen an den Beinen auf. Betroffene sind im Lipödem-Stadium 1 ansonsten manchmal schlank – von den „Reiterhosen“ abgesehen.

Welche Symptome treten beim Lipödem Stadium 3 auf?

Beim Lipödem-Grad 3 bilden sich massive Fettlappen mit überhängenden Haut- und Gewebefalten. Die Haut wirkt derber, härter und stark deformiert. Die Beweglichkeit kann erheblich eingeschränkt sein. Schmerzen, Druckempfindlichkeit und eine deutliche Neigung zu Hämatomen können Patientinnen im Alltag außerdem belasten. Schmerzen treten hierbei zwingend auf.

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